Das bfw in der JSA Regis-Breitingen

Ehemalige Häftlinge sollen eine Chance auf ein Leben nach dem Gefängnis haben. Deshalb unterstützt der Europäische Sozialfonds die Qualifizierung und Eingliederung Gefangener. Somit soll ihnen der Weg zurück in ein "normales" Leben erleichtert werden.

Die Qualifizierungen werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaates Sachsen finanziert.

Unsere Berufsbildungsstätte ist in die Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen integriert. Als Beitrag zur gesellschaftlichen Resozialisierung qualifizieren wir jugendliche Gefangene in den Bereichen:

 

Zukunftsschmiede

Niederschwellige Maßnahme im Bereich Hauswirtschaft mit dem Schwerpunkt Gebäudereinigung

Der Wunsch der JSA Regis-Breitingen nach einem Projekt, das die jugendlichen Straftäter an der Schwelle Freiheit – Gefängnis auffängt und ihnen Perspektiven für den weiteren Lebensweg [zunächst in der JSA und später in der Gesellschaft] aufzeigt, beweist, wie wichtig integrationsfördernde Initiativen, besonders im Jugendstrafvollzug, sind.

Zusätzlich wird eine praktische Erprobung angeboten, in der sich die Jugendlichen in verschiedenen Berufszweigen wie Hauswirtschaft, Gärtner, Lagerlogistik usw. versuchen können. Diese trifft die Teilnehmer an einer der Schnittstellen zwischen Lernen und Arbeit, was Grundlagen des lebenslangen Lernens ausprägen hilft. Den Teilnehmern werden entscheidende Kompetenzen für ihre weitere lebensphasenorientierte Arbeitszeit vermittelt.

  • Alle Jugendliche erlernen Grundlagen in der Hauswirtschaft. Dazu nimmt jeder am Theorieunterricht und an der praktischen Ausbildung teil.

Im Bereich der Hauswirtschaft geben wir den Teilnehmern Handwerkszeug mit, damit sie sich sowohl auf privatem als auch auf beruflichem Gebiet eine gewisse Grundordnung aneignen, um ihr Leben besser strukturieren zu können.

  • Geeignete Teilnehmer absolvieren ein Modul oder mehrere Module der modularen Qualifizierung „Gebäudereinigung“. Diese richten sich nach der dem Beruf zugrunde liegenden aktuellen Ausbildungsordnung und dem darin enthaltenen Ausbildungsrahmenplan.

Mit punktgenauer persönlicher und sozialer Förderung und dem Aufbau eigenständiger Handlungskompetenzen wird dazu beigetragen, dass die Teilnehmer in die Lage versetzt werden, ihr Leben weitestgehend wieder eigenverantwortlich und möglichst unabhängig zu gestalten.

Soll sich eine Ausbildung oder ein Job anschließen, beginnt das Bewerbungstraining und die Suche nach geeigneten Ausbildungsfirmen. Jeder Jugendliche erhält die Bewerbungsunterlagen mitnahmereif, auf eine CD gebrannt, ausgehändigt.

 

Modulare Qualifizierung zur Fachkraft Lagerlogistik/Fachlagerist

Inhalte

  • Module mit Fachkunde- und Fachmathematikunterricht:
    • Güter annehmen und kontrollieren
    • Güter lagern
    • Güter bearbeiten
    • Güter im Betrieb transportieren
    • Güter kommissionieren
    • Güter verpacken
    • Güter verladen
    • Güter versenden

Modulübergreifend wird Wirtschafts- und Sozialkunde gelehrt.

Jedes Modul schließt mit einer Prüfung ab. Wird diese bestanden, erhalten die Teilnehmer ein Zeugnis/ Sächsischen Qualifizierungspass der prüfenden Stelle, der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig (IHK), sonst ein Zertifikat des bfw.

Sind die Teilnehmer lange genug in der Ausbildung, können sie den Facharbeiterabschluss als Fachlagerist oder Fachkraft Lagerlogistik erreichen.

Für diese modulare Qualifizierung werden die geltenden Rahmenlehrpläne zu Grunde gelegt. 

Mit punktgenauer persönlicher und sozialer Förderung und dem Aufbau eigenständiger Handlungskompetenzen wird dazu beigetragen, dass die Teilnehmer in die Lage versetzt werden, ihr Leben weitestgehend wieder eigenverantwortlich und möglichst unabhängig zu gestalten.

Soll sich eine Ausbildung oder ein Job anschließen, beginnt das Bewerbungstraining und die Suche nach geeigneten Ausbildungsfirmen. Jeder Jugendliche erhält die Bewerbungsunterlagen mitnahmereif, auf eine CD gebrannt, ausgehändigt.

Übergangsmanagement - Projekt zur sozial-beruflichen Integration Inhaftierter und Haftentlassener

Beim Übergang aus der Haft in die Freiheit ist es für Straffällige häufig schwierig, passende Angebote und Ansprechpartner zu finden, die sie im Übergangsprozess unterstützen. Um die Wiedereingliederung erfolgreich zu meistern, ist es notwendig, Gefangene bereits während ihrer Haftzeit auf die soziale und berufliche Integration in die Gesellschaft vorzubereiten und diese auch nach der Haftentlassung zu begleiten.

Das bfw – Unternehmen für Bildung. ist in allen sächsischen Justizvollzugsanstalten/Jugendstrafvollzugsanstalt ein verlässlicher Partner für die sozial-berufliche Integration von Haftentlassenen. Mit dem Projekt Übergangsmanagement unterstützen wir die Teilnehmer vier Monate in Haft (Entlassungsvorbereitung) und acht Wochen nach Haftentlassung u.a. bei der Suche nach geeignetem Wohnraum, im Umgang mit Behörden und Anträgen, der Sicherung des Lebensunterhaltes durch berufliche Integration und der (Wieder-)Eingliederung in ein förderliches soziales Umfeld.

Der Haftentlassene kann somit durch seinen eigenen persönlichen Einsatz sowie die praktische Unterstützung durch das bfw als Bildungsdienstleister seine Zukunft erfolgreich gestalten und seinen Platz in der Gesellschaft finden.

Das Projekt Übergangsmanagement wird in Kooperation mit dem Bildungsträger „Grone – Bildungszentren Thüringen GmbH – gemeinnützig“ durchgeführt.