Die bfw-Bildungsstätte innerhalb der Justizvollzugsanstalt (JVA) Sehnde ist ein spezialisierter Standort, der sich der beruflichen und sozialen Reintegration von Inhaftierten widmet. Unsere Arbeit ist darauf ausgerichtet, den Teilnehmenden eine Perspektive für die Zeit nach der Haft zu eröffnen und somit einen erfolgreichen Neustart zu ermöglichen.
Bildung und Weiterbildung
Im schulischen Bereich führen wir eine wichtige schulische Bildungsmaßnahme in Form des EDV-Kurses sowie allgemeinbildenden Unterricht durch. Ziel ist die Schließung von Bildungslücken und die Vermittlung digitaler Kompetenzen, die auf dem Arbeitsmarkt dringend benötigt werden.
ESF-Projekt zur Reintegrationsunterstützung
Ergänzend zur Weiterbildung begleiten wir die Teilnehmenden im Rahmen eines durch den Europäischen Sozialfonds geförderten Projektes intensiv bei der Gestaltung ihrer Zukunft. Diese Unterstützung beginnt bereits während der Haft und wird nach der Entlassung fortgesetzt:
Durch diese ganzheitliche Herangehensweise leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Verringerung von Rückfallquoten und zur erfolgreichen Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
Die EDV-Weiterbildung in der Justizvollzugsanstalt Sehnde bietet Gefangenen im geschlossenen Vollzug die Möglichkeit, grundlegende und weiterführende Computerkenntnisse zu erwerben. Ziel ist der erfolgreiche Abschluss der Prüfungen zum European Computer Driving License (ECDL) oder XPert, mit Fokus auf Microsoft Office Anwendungen.
Die Weiterbildung richtet sich an Erwachsene mit geringen Computerkenntnissen, die über die nötigen kognitiven Fähigkeiten verfügen. Der Kurs umfasst die Module der ECDL- bzw. XPert-Prüfung, allgemeinbildenden Unterricht und Schulsport. Die verwendete Literatur stammt aus dem Herdt-Verlag, bekannt für praxisorientierte Materialien.
Unterrichtsmethoden orientieren sich an modernen Erwachsenenbildungskonzepten und beinhalten praxisnahe Vermittlung in kleinen Gruppen sowie Einzelförderung. Digitale Medien wie die Elis-Lernplattform, Präsentationen und praktische Übungen kommen zum Einsatz.
Die Maßnahme dauert etwa vier Monate und bereitet intensiv auf die Prüfungen vor. Ziel ist es, den Gefangenen wichtige EDV-Kenntnisse zu vermitteln und ihre beruflichen Perspektiven zu stärken.
Dieses Projekt richtet sich an Personen, die nach ihrer Haftentlassung einen erfolgreichen Neuanfang in der Gesellschaft anstreben. Ziel ist es, die Teilnehmenden sowohl beruflich als auch privat optimal zu unterstützen, damit sie ein straffreies Leben führen und sich in den Arbeitsmarkt reintegrieren können.
Wir bieten umfassende Unterstützung bei der Erstellung professioneller Bewerbungsunterlagen und bei der Stellensuche. Unsere Mitarbeitenden begleiten die Teilnehmenden zu Vorstellungsgesprächen, Behörden, Beratungsstellen und Vermietern, um einen reibungslosen Übergang in die Gesellschaft zu ermöglichen.
Vor und nach der Entlassung bieten wir individuelle Beratung und Unterstützung bei der beruflichen Qualifizierung sowie der Suche nach Arbeitsplätzen.
Neben der beruflichen Unterstützung stellen wir sicher, dass auch die privaten Herausforderungen berücksichtigt werden. Hierzu gehören maßgeschneiderte Angebote zur Lebenshilfe, die sowohl den privaten als auch den beruflichen Bereich abdecken.
Das Projekt ist auf eine Gesamtdauer von 12 Monaten angelegt, die sich in zwei Phasen unterteilen:
Der Einstieg in das Projekt ist jederzeit möglich und die Zeiten werden individuell mit den Teilnehmenden abgestimmt.
Voraussetzung für die Teilnahme ist der Wunsch, nach der Haftentlassung ein straffreies Leben zu führen und aktiv an der beruflichen sowie sozialen Wiedereingliederung zu arbeiten. Das Projekt wird über den Europäischen Sozialfonds gefördert, weshalb den Teilnehmenden keinerlei Kosten entstehen.
Das ESF- Projekt RObIN hat am 01.07.2024 begonnen und läuft bis zum 31.12.2026.
