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Sprachkurse in der JVA

In den Justizvollzugsanstalten (JVA) in Zeithain und Leipzig haben Nicht-EU-Insassen jetzt die Möglichkeit, mit Unterstützung vom bfw, die deutsche Sprache zu erlernen. Der Deutschunterricht soll dabei helfen, die Gefangenen besser in den Vollzugsalltag und – nach ihrer Entlassung – in die Gesellschaft zu integrieren.

Dass Gefangene aus Nicht-EU-Staaten Deutschstunden von einem Bildungsanbieter wie dem bfw bekommen, ist neu. 2017 willigte das Sächsische Staatsministerium für Gleichstellung und Integration ein, nun auch Kurse für Gefangene aus Nicht-EU-Ländern zu finanzieren. Somit führt das bfw derzeit Deutschkurse in den JVAs Zeithain und Leipzig durch. „Unsere Kursteilnehmer kommen unter anderem aus Syrien, Georgien, Afghanistan und Tunesien“, sagt Manuela Schindler, bfw-Verantwortliche in Zeithain. „Einige von ihnen verfügen über geringe Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben, die meisten jedoch über rudimentäre Deutschkenntnisse, die sie im Haftalltag aufgeschnappt haben.“ 

Interkulturelle Aspekte 
Etwa zehn Prozent der 400 Insassen in der JVA Zeithain sind ausländischer Herkunft, derzeit aus 18 Nationen. Dies ist eine Herausforderung, vor allem für die Bediensteten der Anstalt. Neben den fehlenden Deutschkenntnissen der Gefangenen haben sie es auch mit deren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zu tun. „Deshalb legt unsere Deutschlehrerin beim Unterricht besonderen Wert auf interkulturelle Aspekte, zum Beispiel zwischenmenschliche Beziehungen, die Mentalität der Deutschen, sowie die Bedeutung der Feiertage“, erklärt Frau Schindler. 
Da das Spracherwerb einen hohen individuellen Betreuungsbedarf verlangt, sind mehr als zehn Personen pro Kurs nicht möglich. Wer teilnehmen möchte, bewirbt sich bei der Anstalt selbst. 400 Unterrichtseinheiten sind für die Dauer eines halbjährigen Kurses vorgesehen. Mindestens die Hälfte der Stunden davon müssen die Teilnehmer absolvieren, um eine Teilnahmebescheinigung zu erhalten. 

Neue Bewilligungen
Bisher gab es nach Ende des Grundkurses keine Möglichkeit, weiterführende Deutschkurse anzubieten. Doch das soll sich jetzt ändern. „Wir haben die Bewilligung  für einen weiterführenden Sprachkurs auf Niveau A1 und A2 bewilligt erhalten“, sagt Frau Schindler. „Auch in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitlingen kann bald Deutschunterricht stattfinden.“ Eine gute Möglichkeit für die Gefangenen, ihre Chancen auf eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle nach der Haft zu erhöhen. Wer entlassen wird und weiterhin in Deutschland bleiben darf, kann nach Erreichen von Level A1/A2 weitere Ausbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen.

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