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Geschäftsstelle Hannover

AMOR Arbeitsmarktorientierte Resozialsierung

Mit Hilfe dieses Projektes werden in der Justizvollzugsanstalt Hannover Standards für die Entlassungs- vorbereitung und Nachbetreuung (Übergangsmanagement) von Gefangenen mit Migrationshintergrund bzw. vielfältigen Vermittlungshemmnissen entwickelt und konzeptionell verankert.

 

Die modellhaften Erfahrungen und Entwicklungen in der JVA Hannover sollen helfen, die Aktivitäten des Übergangsmanagements in allen niedersächsischen Justizvollzugsanstalten weiterzuentwickeln.

 

Darüber hinaus wird für das Flächenland Niedersachsen der Ausbau regionaler und überregionaler Entlassungsnetzwerke unterstützt.

 

Einführung Projekt

Das Thema Übergangsmanagement wird bundesweit zzt. als zentrale Lösung für eine erfolgreiche soziale Integration nach der Haft diskutiert.

 

Mit Hilfe dieses Projektes sollen zum einen Standards für die Betreuung von Gefangenen mit multiplen Vermittlungshemmnissen entwickelt und konzeptionell verankert werden. Die modellhaften Erfahrungen und Entwicklungen in der Justizvollzugsanstalt Hannover sollen die Aktivitäten zum Übergangsmanagement in allen niedersächsischen Justizvollzugsanstalten unterstützen.

 

Zum anderen sollen für das Flächenland Niedersachsen regionale Entlassungsnetzwerke ausgebaut werden. Auf dieser Grundlage werden zur nachhaltigen Sicherung überregionaler Netzwerke Instrumente wie ein Handbuch „Übergangsmanagement" sowie eine Datenbank als „elektronischer Wegweiser" geschaffen und in den Normalbetrieb übernommen.

 

Am Ende soll die soziale Integrationsquote der Gefangenen (Ausweis, Unterbringung, Beschäftigung) landesweit um 10 % gesteigert werden.

 

Projektziele

Im Rahmen eines Pilotprojekts in der JVA Hannover „Übergangsmanagement" (besonders) für Gefangene mit Migrationshintergrund" sollen Standards für die durchgängige Betreuung der Gefangenen entwickelt werden. Diese Standards sollen dann in allen niedersächsischen JVA'n bei der Entlassungsvorbereitung und Nachsorge angewendet werden. Standards dienen einerseits der Orientierung bei der täglichen Arbeit, sind aber auch Grundlage für die Weiterentwicklung der Arbeit der Entlassungskoordinatoren.

 

Die Justizvollzugsanstalten des Landes werden dabei unterstützt, ein klar gegliedertes und einheitliches Übergangsmanagement zu entwickeln. Während dieser Zeit soll im Flächenland Niedersachsen ein landesweites Entlassungsnetzwerk entstehen.

 

Das bedeutet konkret 

  • Mit Hilfe durchgehender professioneller Begleitung sowie strukturierter Vermittlungstätigkeiten sollen die Gefangenen Strategien entwickeln, die das erlernte Verhalten verinnerlichen und somit zu einem dauerhaften Verbleib in einem Arbeitsverhältnis beitragen.
  • Die Ansprechpartner der Gefangenen im Vollzug und externer Hilfeeinrichtungen sollen interkulturelle Kompetenz im Umgang mit Gefangenen erlangen bzw. erweitern.
  • Für Bedienstete aller niedersächsischen Justizvollzugseinrichtungen wird ein Handbuch „Übergangsmanagement" zur Entlassungsbegleitung der Inhaftierten erstellt.
  • Ein Info-Server für alle am Übergangsmanagement Beteiligten mit speziellen Daten zu Ansprechpartnern bei Behörden, Anlaufstellen, Unternehmen etc. wird bereitgestellt.
  • Auf der Ausgangsbasis der Ergebnisse des ersten Halbjahres 2010 sollen die Ausweis-, Unterbringungs- und Beschäftigungsquote der Haftentlassenen um 10% verbessert werden

Zielgruppen

Erwachsene Strafgefangene des offenen und geschlossenen Vollzugs in der Justizvollzugsanstalt Hannover, die ca. 6 Monate vor der Entlassung stehen und für Arbeit und Qualifizierung geeignet sind.

 

Die JVA Hannover ist zuständig für erwachsene Straffällige, die wiederholt inhaftiert sind und in der Regel Haftzeiten bis zu drei Jahren verbüßen. Während der Haft stehen sie durchschnittlich nur 12 Monate für Bildungsmaßnahmen zur Verfügung. Deshalb ist weder die fachliche noch die soziale Kompetenz der meisten Straffälligen zum Zeitpunkt ihrer Entlassung so entwickelt, wie es der Arbeitsmarkt heute fordert.

 

Inhaftierte, die zur Zielgruppe des Projekts AMOR gehören, waren vor der Inhaftierung arbeitslos bzw. kommen i.d.R. aus einer Langzeitarbeitslosigkeit in Haft. Sie benötigen eine intensive Entlassungsbegleitung, die neben den praktischen Hilfestellungen beim Übergang in die Freiheit wie Wohnungs- und Arbeitssuche ihre soziale Kompetenz stärkt. Dazu müssen die bereits existierenden Angebote des sozialen Trainings ausgebaut und durch interkulturelle Schwerpunkte ergänzt werden.

 

Zielgruppen sind auch alle Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Inhaftierten im Justizvollzug.

 

Ganz wichtig zur Projektumsetzung und zur Absicherung der Projektergebnisse sind Netzwerkpartner. Diese sind auf der operativen Ebene das MJ, das bfw, die JVA'n (hier die VAL's, sozialer und psych. Dienst und die Suchtberatung).

Auf der stategischen Ebene sind beispielhaft zu nennen: AJSD, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Anlaufstellen, IHK, HWK, Ausländerbehörden, Familienhilfe, Freie Straffälligenhilfe, Städte und Gemeinden usw.)

 

Aktivitäten zur Zielerreichung

  • Aufbau eines exemplarischen Netzwerks zum Übergangsmanagement in der JVA Hannover
  • Bearbeitung sprachlicher Defizite der Teilnehmenden und Trainings zur Steigerung von Konfliktfähigkeit und Toleranz in der JVA Hannover
  • Entwicklung von Standards zum Übergangsmanagement
  • Entwicklung eines Info-Servers zur Nutzung durch alle am Übergangsmanagement Beteiligten
  • Unterstützung der Entlassungskoordinatoren beim Ausbau regionaler Netzwerke
  • Trainings zum Thema interkulturelle Kompetenz/ Antidiskriminierung für Bedienstete der Justizvollzugsanstalten und Netzwerkpartner
  • Berufswegeplanung sowie Arbeitsvermittlung (Job4You)

Projektlaufzeit

01.07.2009 – 31.03.2012

 

Dieses Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), Programm XENOS - Integration und Vielfalt finanziert.

 

www.amor.pixelcreation.de

 

Ansprechpartnerin

Simone Milde
(0511) 16401-29, Email

Anschrift:

bfw - Unternehmen für Bildung
Spichernstraße 11
30161 Hannover

 

Flyer

Projektflyer AMOR

Projektergebnisse